27. Juni 2021: Klavierkonzert mit Andy Mokrus

Am 27. Juni 2021 gibt es um 17:00 Uhr wieder ein tolles Ereignis vor der Sigwardskirche in Idensen.

Wenn sich einer ans Klavier setzt und mit einer scheinbar mühelosen Leichtigkeit atemlose Spannung erzeugt oder das Gefühl tiefer Ergriffenheit, nachdenkliche Besinnlichkeit oder überschäumende Fröhlichkeit – dann muss das, was da geschieht, tief empfunden sein. Von solch tiefen Empfindungen zeugen Andy Mokrus’ Kompositionen; dabei entziehen sie sich den Klischees, den Schubladen.
Häufig sind sie schöpferische Auseinandersetzungen mit dem Werk anderer Musiker oder bauen uns Brücken zu anderen Musiktraditionen. Doch immer verschmelzen diese Anregungen und Verarbeitungen mit den eigenen Empfindungen und musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten zu einem unverwechselbaren Ganzen. Damit geht Andy Mokrus als Künstler direkt vor unseren Augen und Ohren ein viel größeres Wagnis ein, als wenn er das hinlänglich bekannte Programm nur reproduzieren würde – und den Blues spielen kann er auch; wenn es sein muss, auch als Fuge. So gelingt ihm Musik, die jenseits von Schubladen und Etiketten zeitlos schön ist, die große Ruhe, aber auch große Spannung ausdrücken kann, die unterhält und tief ergreift.

 

MokrusÜber den Künstler:

Mit sechs Jahren tauchte Andy Mokrus in die Welt der Musik ein, indem er versuchte alles, was er hörte, nachzuspielen: Die klassische Musik, die seine Mutter auf dem Klavier übte, Schlager aus dem Radio, Schallplatten des Progressive Rock, die ihn als Jugendlichen begeisterten. Klänge, die er hörte, direkt nachzuspielen, fiel dem jungen Pianisten leichter, als den Weg über die Notenschrift zu gehen. Seine Lehrer, wie K.H. Kämmerling, zeigten sich über diese Art mit Musik umzugehen jedoch oft irritiert. Für Mokrus ist das Hören bis heute die wichtigste und schnellste Möglichkeit, sich Musik zu erschliessen. Nach einem halben Mineralogiestudium („ich verbrachte wohl mindestens so viel Zeit im Übungsraum wie im Hörsaal“) entschied er sich 1989, seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover zu beginnen.

Das wichtigste Projekt dieser Zeit war PAIA. Die Band spielte Fusion, eine Mischung aus Jazz, Funk und Rock. Nach und nach begann in Mokrus Kompositionen Material aus fremden Weltgegenden einzufliessen- vor allem Bilder und musikalische Erinnerungen seiner Reisen nach Afrika und Südamerika.

In der Beschäftigung mit zeitgenössischen Jazzpianisten wie Herbie Hancock oder Keith Jarrett fand der junge Komponist einen tieferen Zugang zu den Gestaltungsmöglichkeiten des Jazz: Die rhythmische Kraft, die sie beim Spiel entwickelten, begeisterten ihn ebenso wie die  harmonische Vielfalt, die seinen Vorbildern zur Verfügung stand. Parallel dazu begann Andy Mokrus sich intensiv mit der Musik der Komponisten des ausgehenden 19. oder 20. Jahrhunderts (Debussy, Ravel, Skrjabin, Messieaen) auseinanderzusetzen. Ihre Klangfarben übten einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung seiner Klavier- oder Orchesterwerke aus. Seit dem Ende seines Studiums 1994 lebt und arbeitet Andy Mokrus als Musiker, Musiklehrer und Komponist. Neben zahlreichen Titeln für Bands entstanden inzwischen auch zahlreiche Werke für Symphonieorchester oder Kammermusikensemble. Natürlich immer in Verbindung mit Improvisation und Groove.

Bei allem Wandel ist sich Andy Mokrus in zwei Punkten ständig treu geblieben: Der Offenheit,  verschiedene Musikgattungen miteinander in Beziehung zu setzen und dem Wunsch, den Zuhörer mit seinen Werken Geschichten in musikalischen Bildern zu erzählen.

 

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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