Bauwerk: Bauherr

Sigward leitete von 1120-1140 als Bischof die Diözese Minden. Er stammte aus hohem sächsischem Adel und war mit den Grafen von Schaumburg verwandt. 1120 wurde er nach kanonischen Regeln vom Domkapitel zum Bischof gewählt. Als Gefolgsmann und Ratgeber des Sachsenherzogs Lothar von Supplingburg, dem späteren Kaiser Lothar III., war er in die Reichspolitik unmittelbar eingebunden. Nach zwanzigjähriger Amtszeit starb Bischof Sigward am 28. April 1140 und wurde in Idensen in seiner Grabeskirche bestattet. Fundamente eines Wohnturms nördlich der Kirche mit einem Verbindungsgang zu seiner Privatkapelle im Turmgeschoss zeugen davon, dass Bischof Sigward die Anlage als Sommer-Residenz nutzte.

e-card1Bischof Sigward war es auch, der Idensen das erste Mal schriftlich benannte: Die erste Erwähnung Idensen findet sich in einer Urkunde des Bischofs Sigward von minden, die zwischen 1120 und 1129 entstanden sein muss, und in der der Bischof die Schenkung seiner an der westlichen Leineseite gelegenen Erbgüter - dabei das "vorwerc in Ydanhusen" - an das Bistum Minden beurkundet ("Siwardus, Mindensis episcopus, - haec heriditatis nostre predia in occidentali parte fluminis, quod Leina dicitur, sita unum vorwerc in Sutrem, unum in Bedebure, unum in Ydanhusen.... cum consesu et collaudatione cognate et legitime heredis mee Berte, laudante etiam domino Brunone, ejusdem Berte marito...")

Idensen gehörte zum Amt Bokeloh, das 1819 im Amte Blumenau aufging, Kirchlich war es dem Archidiakonat Apelern zugeordnet.

Über die am nördlichen Dorfrand liegende Kirche hatten die Freiherrn von Landesberg das Patronatsrecht, das aber unter Ottrave von Landesberg bald nach 1634 verlorenging. Ein goldener Abendmahlskelch mit dem Landesbergischen Wappen erinnert an das Patronat.

In der o. g. Urkundes des Bischofs Sigward von Minden wird die Kirche in Idensen zum ersten Mal genannt ("Ecclesiam etiam in Ydanhusen ab episcopo nulli concedendam nisi sacerdoti, qui ibidem stabiliter habitare deoque fideliter servire studuerit, constiui."). Der Dominikaner Hermann von Lerbeck gibt im Chronicon episcoporum Mindensium (geschrieben 1398) die Regierunszeit Sigwards mit 1120 bis 1140 an und berichtet, dass der Bischof die Kirche in Idensen aus eigenen Mitteln zu Ehren der Elftausend Jungfrauen erbaut habe und in der Kirche begraben sei. In einer Beschreibung der Kirche erwähnt der Chronist das sorgfältige Quaderwerk, die Bleideckung des Daches, vier Altäre und Wandmalereien ("Hic Siwardus pro spe retributiones aeterna - ecclesiam in Ydanhusen plumbo cooperta ex quadris lapidibus studiose muratam cum quatuor altaribus ex propriis sumtibus ad honorem XI milium virginum fundavit, intus picturis decoravit, ... (Sigwardus) sepultus est medio ecclesiae Ydanhusen, de qua superius est dictum").

Zwischen dem Bericht des Hermann von Lerbeck und der von ihm überlieferten Gründung der Kirche in Idensen durch Bischof Sigward liegen etwa 250 Jahre. Sollten seine Angaben richtig sein, so muss der Baubeginn der Kirche in Idensen nach 1120, dem Regierungsantritt Sigwards, und vor 1129, dem terminus ante für die oben genannte Urkunde, in der die Kirche zu Idensen bereits genannt wird, erfolgt sein.